Die Prüfspur
13 Unterlagen eines Antrags, einzeln nachgerechnet
01
Für die Behörde
Zuerst Rückendeckung, dann Zeit.
Wer heute weniger verlangt, trägt das Risiko persönlich. Deshalb bleibt die Liste
lang. Mindestmaß setzt dort an.
1
Die Begründung steht im Dokument
Jede Nachweisliste nennt Rechtsgrundlage, Begründung, Version und die Fachperson,
die freigegeben hat.
„Warum fehlt der Nachweis?“
↓
Sachbearbeitung
„Warum fehlt der Nachweis?“
↓
Rechtsgrundlage Begründung Version Freigabe
Die Antwort wandert von der Person ins Dokument.
2
Weniger je Antrag
Die Anfrage wird kleiner, sobald die Liste freigegeben ist. Das gilt für
Leistungen mit geprüfter Liste und für den Anteil, den das Wallet heute trägt.
3
Einmal geprüft, überall nutzbar
Die Prüfarbeit fällt einmal an, nicht in jedem Haus.
Gleiche Leistung, gleiche Rechtsgrundlage: einmal freigegeben, überall nutzbar.
Ehrlich gesagt
In der Förderphase kostet das Facharbeit: Die Freigabe macht eine Fachperson, und
die ist knapp. Das Haus bekommt dafür eine belegte, versionierte Fassung dessen, was
seine Rechtsgrundlage verlangt.
eIDAS · Art. 5b
Wer Wallet-Nachweise annimmt, muss bei der Registrierung angeben, welche Daten er
abfragt. Mindestmaß liefert diese Liste, begründet.
Drei Stufen
Phasenleiter
Heute, in der App
Ableiten und Freigeben
Eine Leistung durchgerechnet (Unterhaltsvorschuss). In der Förderphase drei bis fünf Nachweislisten, eine davon wird freigegeben. Facharbeit der Behörde, einmal je Leistung.
Förderphase, M2
Die Freigabe wird automatisch zur Wallet-Anfrage
Jeder Lauf hinterlässt einen signierten Nachweis mit Versionsnummer der Nachweisliste.
Danach
Das Mindestmaß ist der Standard
Innerhalb der Liste kostet nichts eine Erklärung, nur das Mehr.
Bürger: einmal nachweisen. Verwaltung: einmal prüfen.
02
Die Wirkung
Einmal vorlegen. Nur das Nötige. Begründet.
Heute verlangt ein Antrag Urkunden, wo er eine Angabe braucht. Mindestmaß misst
erst, was der Zweck braucht, und fragt dann.
Für Bürgerinnen und Bürger
Ein Nachweis, einmal, aus dem Wallet
Für die Behörde
Eine begründete Liste statt einer persönlichen Entscheidung
Für die Verwaltung
Nachweislisten als öffentliche Daten, einmal geprüft
1.801Verwaltungsleistungen vermessen
8.510Nachweise, die der Bund dafür verlangt, automatisiert erschlossen
1.801 von 2.760 Leistungen mit
Unterlagenliste automatisiert erschlossen (65 Prozent), 387
dokumentiert gescheitert, rund 570 offen. Fachlich
freigegeben: noch keine. Stand 2026-08-20.
Was davon trägt die EUDI Wallet heute schon?
2.182
heute aus dem Wallet
952
kommen ins Wallet
5.376
bleiben Papier
Hochgerechnet wird nichts. 11 Nachweislisten von
Hand geprüft, 1.790 automatisiert erstellt, noch nicht
geprüft. 387 Leistungen ohne verwertbare
Unterlagenliste, dokumentiert.
03
Der gerechnete Vorgang
Ein Antrag, Nachweis für Nachweis.
Die Unterlagenliste des Bundes nennt 13 Posten. Was davon heute aus der EUDI Wallet
kommt, steht hier einzeln, nichts weggerechnet.
Unterhaltsvorschuss Bewilligung99107021017000
13Vorher
Unterlagen laut Bund
01Antragsformular
02Geburtsurkunde des Kindes
03Personalausweis des alleinerziehenden Elternteils
04Meldebestätigung oder Melderegisterauskunft
05Ausweis bei ausländischen Kindern beziehungsweise Eltern
Einkommensnachweise über Halbwaisenrente und Unterhaltszahlungen
Gezeigt, nicht herausgerechnet.
Status
Jede Zuordnung ist ein Vorschlag, über den eine Fachperson entscheidet. Entwurf,
noch nicht freigegeben.
Abdeckung
Die Rechnung geht nur auf, wo die Daten sie tragen:
2.760 von 15.095 Leistungen tragen das
Unterlagen-Feld überhaupt (Katalog, Stand 2026-08-17). Unterhaltsvorschuss ist eine
der bestbelegten Leistungen, keine typische.
04
Der Einstieg
Anfangen beim Unterhaltsvorschuss.
Nicht die größte Leistung, sondern die mit dokumentiertem Vorher und Nachher.
305.942
Entscheidungen über Anträge auf Unterhaltsvorschuss im Jahr 2025.
Davon 103.228 Ablehnungen: Jeder dritte Antrag endet ohne
Leistung, die Nachweise sind trotzdem eingesammelt.
Quelle: UVG-Geschäftsstatistik des BMBFSFJ
Begrenzt
13 Unterlagen, eine Rechtsgrundlage, ein Antrag. Zeile für Zeile prüfbar.
Belegt
Stammprozess, Stammdatenschema und Dokumentsteckbriefe sind beim Bund veröffentlicht.
Anschlussfähig
Was heute aus dem Wallet kommt, kommt aus dem Ausweis. Kein neuer Aussteller nötig.
Förderphase
Unterhaltsvorschuss Bewilligung
Die Nachweisliste, die in der Förderphase fachlich freigegeben wird. Messung vorher und nachher; die Wallet-Anfrage wird erzeugt, Compile-Schritt und signierter Nachweisdatensatz kommen in M2.
305.942 Antragsentscheidungen 2025
Förderphase
Bewohnerparkausweis, Gewerbe-Anmeldung als Tausch
Drei bis fünf Nachweislisten insgesamt, versioniert, bis zur Freigabe gekennzeichnete Arbeitsstände.
762.400 Gewerbeanmeldungen 2025
Danach
Wohnsitz-Anmeldung, Erstzulassung eines Fahrzeugs
Dieselben Meldedaten, derselbe Ausweis im Wallet; von der Person zum Unternehmen.
Nicht zuerst
Wohngeld, Bürgergeld, BAföG: Dort entscheiden Einkommen, Miete und Vermögen, ohne
Aussteller im Wallet. Kindergeld, Führungszeugnis: Dort ist kaum etwas zu kürzen.
Die Nachweisliste ist Daten, nicht Software: versioniert, zitierbar und nutzbar für jede
Stelle, die dieselbe Leistung führt.
Stellt der Bund Nachweispflichten eines Tages
maschinenausführbar bereit, wie es die SPRIND-Initiative Law as Code anstrebt,
schrumpft der Ableitungsschritt zu einem Import. Bis dahin muss er offenliegen.
05
Das Verfahren
Vier Schritte, in dieser Reihenfolge.
Erst die Quelle, dann die Lesart, dann die Entscheidung eines Menschen, erst danach
die Anfrage.
01
Abrufen
Sechs öffentlich abrufbare FIM-Artefakte des Bundes. Zu jeder Datei werden
Quell-URL, Abrufzeitpunkt und SHA-256 mitgeschrieben.
02
Ableiten, offengelegt
Aus dem Freitext „Erforderliche Unterlagen“ wird eine Liste. Der Schritt ist
automatisiert und benannt: Jeder Nachweis trägt Zitat und Quelldatei. Das
Ergebnis ist ein Vorschlag.
1 von 15.079Leistungen führt die Unterlagen strukturiert (XZuFi-Export, Stand 2026-08-10). Alle anderen als Freitext.
03
Fachlich freigeben
Eine benannte Fachperson entscheidet Nachweis für Nachweis, mit Begründung bei
jeder Streichung. Ohne Freigabe bleibt alles Entwurf.
04
Anfrage an die EUDI Wallet erzeugen und messen
Aus der freigegebenen Liste wird die Anfrage an die EUDI Wallet
(DCQL nach OpenID4VP) erzeugt (Förderphase M2), damit
sie nicht von der Liste abweichen kann. Heute zeigt die App eine Vorschau.
Zur Lesart dieser Seite
Was in Schreibmaschinenschrift steht, stammt wörtlich aus
einem Artefakt. Alles andere haben wir geschrieben.
06
Der Pitch
Einmal durchgespielt, vom Risiko bis zur Anfrage.
Der Pitch in gut zwei Minuten, am Unterhaltsvorschuss.
Zur App →Demo. Alle Änderungen bleiben im Browser.
07
Grenzen
Was diese Seite nicht behauptet.
Die Grenzen gehören zur Aussage.
Entwurf, keine Freigabe
Alles Gezeigte ist automatisiert abgeleitet und von keiner zuständigen Stelle
freigegeben.
Abdeckung der Bundesdaten
2.760 von 15.095 Leistungen tragen das Unterlagen-Feld überhaupt (Katalog, Stand
2026-08-17). Was nicht in den Artefakten steht, kann diese Schicht nicht messen.
Der Bestand ist überwiegend ungeprüft
1.801 Nachweislisten: 11 von Hand geprüft, 1.790 automatisiert erstellt, noch nicht
geprüft. 387 Leistungen ohne verwertbare Unterlagenliste, dokumentiert.
„Kommt ins Wallet“ ist ein Vorhaben
Die 8 geplanten Attestierungen sind ein Programm, keine erreichte Reduktion.
Kompilierung folgt in der Förderphase
Kompilierung und signierter Nachweisdatensatz werden in der Förderphase gebaut;
heute existiert die Vorschau.
Nicht gegen einen Verifier ausgeführt
Die Vorschau der Wallet-Anfrage lief gegen keinen Verifier, die Feldnamen sind
gegen keinen produktiven Aussteller geprüft.
Lizenz unbeschriftet
Die FIM-Artefakte sind ohne Registrierung abrufbar, tragen aber keine Lizenzangabe.
Deshalb heißt es hier „öffentlich abrufbar“.